Projekte auf dem Weg
Die Projektwerkstatt auf Gegenseitigkeit hat es sich zur Aufgabe gemacht, Frei – Räume für alternative Lebensentwürfe und Wirtschaftsweisen zu schaffen. Diese Räume sollen gefüllt und belebt werden von Gruppen und Initiativen, die
- sich um den Aufbau gleichberechtigter und solidarischer Alltagsstrukturen bemühen
- subsistente Lebens- und Arbeitsweisen erproben, um die Abhängigkeit von der kapitalistischen Verwertungslogik einzudämmen
- eine ökologische Alltagsgestaltung anstreben
- ein eigenständiges Interesse an der Entschärfung von Privateigentum haben
Grundsätzlich sind wir für Gruppen mit diesen Schwerpunkten offen. Im gegenseitigen Austausch wird dann herausgefunden, ob beide Seiten den Kontakt vertiefen möchten.
Für ein erstes gegenseitiges Kennenlernen finden zwei sogenannte 'Erstgespräche' statt. Bei dem ersten Termin stellt sich die Projektwerkstatt vor, und die interessierte Gruppe kann alle ihre diesbezüglichen Fragen und Unklarheiten los werden. Beim zweiten Termin stellt sich die Gruppe vor, und die VertreterInnen der PaG können nun ihrerseits alle notwendigen Fragen stellen. Bei diesen Gesprächen geht es in erster Linie darum heraus zu finden, was die jeweils Anderen wollen und ob das möglicherweise zusammen paßt.
Die Mitglieder der Projektgruppen können in den einzelnen Arbeitsgruppen und Gremien mitarbeiten. Auf diese Weise findet ein gegenseitiges Kennenlernen statt, Vertrauen entwickelt sich und eine erste gemeinsame Praxis wird erprobt. Wenn sich beide Seiten für eine Kooperation entschieden haben ist die Mitarbeit in den Gremien und somit die Übernahme von Verantwortung für das Gesamt-Netzwerk unabdingbarer Bestandteil der Zusammenarbeit.
Ganz unterschiedliche Projektgruppen und –initiativen haben Kontakt zu uns aufgenommen und verschiedene Wege des Zusammenwachsens wurden und werden entwickelt. Mit jeder neuen Gruppe stellen sich neue, andere Fragen und Herausforderungen an denen die PaG wächst.
Mittlerweile sind folgende Gruppen Bestandteil des Netzwerkes Projektwerkstatt:
- aller_Dings in Strausberg
- Wukania Projektehof (vorher Gemeinschaftshof Bernau)
- die Lokomotive Karlshof
Leider haben sich zwei andere Projektgruppen, welche mit der PaG kooperierten, inzwischen wieder aufgelöst. Einzelne Mitglieder dieser Gruppen sind aber nach wie vor mit der PaG verbunden und arbeiten in den Arbeitsgruppen und Gremien mit. Die Kommune 08 gehört zu den ersten Gruppen die Kontakt zu uns aufgenommen haben und sie hat das Entstehen eines lebendigen Netzwerkes tatkräftig und ideenreich mitgestaltet. Das Landprojekt ist die Gruppe, die am längsten mit der PaG verbunden war. Sie war aus dem Berliner Projekt "Stadt-Land-Fluß" hervor gegangen, welches sich zeitlich parallel und stets im Kontakt mit der Projektwerkstatt entwickelt hatte. Zusammen mit dem Landprojekt hatte die Stiftung der PaG im April 2004 die erste Immobilie gekauft, den Karlshof bei Templin. Das Landprojekt hatte sich im Mai 2005 aufgelöst, der Karlshof blieb im Besitz der Stiftung - also im Solidarvermögen der Projektwekstatt. Mittlerweile entwickelt dort die Gruppe der Lokomotive Karlshof das Projekt einer nichtkommerziellen Landwirtschaft.
Es gab und gibt auch immer wieder Gruppen bei denen sich nach den ersten Gesprächen herausstellt, dass die PaG nicht die richtige Kooperationspartnerin für sie sein kann, und sie arbeiten nun z.B. mit der Stiftung Umverteilen in Berlin oder dem Mietshäuser Syndikat in Freiburg zusammen. In der Regel sind dies Gruppen, bei denen eiliger Handlungsbedarf besteht. Der Prozess des Zusammenwachsens in der Projektwerkstatt braucht mehr Zeit als manche Gruppen haben; und bedeutet in jedem Fall die Entscheidung für ein weiteres Projekt, zusätzlich zu dem eigenen. Denn um die Vorteile eines Netzwerkes genießen zu können muß dieses beständig gewoben, erneuert und stabilisiert werden.
Letzte Aktualisierung ( Freitag, 26. November 2010 )