Arbeitsgruppen
Menschen mit den folgenden Interessen und Absichten finden in den Arbeitsgruppen ein vielseitiges Betätigungsfeld:
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Kritische Diskussion über das Privateigentum und seine Alternativen.
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Auseinandersetzung mit sozialen und solidarischen Experimenten anstelle von Zins- und Profitorientierung.
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Politische und praktische Stärkung des gemeinschaftlichen und verantwortlichen Umgangs mit Geld, Vermögen und Ressourcen.
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Leidenschaft für die Initiierung, den Aufbau und die Entwicklung von gleichberechtigten Gemeinschaftsprojekten oder
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Interesse an selbstorganisierten Betrieben, Vereinen, Haus- und Landprojekten oder Gemeinsamen Ökonomien.
Folgende Arbeitsgruppen gibt es zur Zeit:
Arbeitsgruppe „Denkwerkstatt“
Hier sammeln sich Menschen mit Interesse an grundlegenden politischen und ökonomischen Diskussionen. Die Denkwerkstatt diskutiert gewöhnlich frei von den praktischen Handlungs- und Entscheidungsnotwendigkeiten innerhalb der PAG - bei Bedarf werden jedoch auch aktuelle Probleme der PAG-Entwicklung aufgegriffen.
Wir bemühen uns in der Denkwerkstatt um die Kleinigkeit, aus den Annahmen für eine gesellschaftliche Zukunft unsere Gegenwart zu gestalten. Dazu orientieren sich die monatlichen Diskussionsrunden an einer Matrix, die globale, regionale und persönliche Perspektiven in ein Verhältnis zu Wünschen, Befürchtungen und analytischen Erwartungen setzt. Werksstoff der Gruppe sind Gesprächsbausteine - etwa über die zukünftige Entwicklung der Lohnarbeit, der Arbeitsethik und der Produktion von Lebens-Mitteln, die Rolle von Alten in Kommunen. Bausteine werden von Interessierten als gesprochene oder geschriebene Skizze eingebracht und dann gemeinsam erarbeitet. Ganze Sitzungen dienen dabei auch dem Austausch von Begriffs-Erklärungen: Selbstverwirklichung im realen Sozialismus war was anderes als die der westdeutschen Studentenbewegung -und die wiederum noch was ganz anderes als der Selbstverwirklichungsbegriff in der Philosophie. An guten Tagen gelingt es beiläufig, kulturelle Floskeln (z.B. “gesellschaftlicher Konsens”) zu entlarven und sich so eigenen Begriffen und Werten anzunähern.
Die AG soll abseits pragmatischer Handlungsnotwendigkeit ein vielseitiges Diskussionsforum bieten, gleichzeitig aber die Entwicklung der Projektwerkstatt mit Abstand kritisch begleiten.
Arbeitsgruppe „Wege zu Ruhm und Reichtum“
Mit Humor geht alles besser! Und den darf mensch auch nicht verlieren, wenn versucht wird für einen antikapitalistischen Umgang mit Eigentum zu überzeugen. Wenn der Logo-Geist der gewinnorientierten Vermarktung bis in die letzte Socke weht, dann haben es QuerdenkerInnen und radikale KritikerInnen traditionell schwer, Unterstützung zu finden.
Und so nimmt sich die AG vorweg mit ihrem Titel trotzig selber auf die Schippe. Inhaltlich wird an vielen Themen ernsthaft und kontinuierlich gearbeitet wird, die weder zu öffentlichen Ruhm noch zu materiellen Reichtum führen, aber viel Überzeugung, Leidenschaft und Zivilcourage im Gepäck haben.
Es wird u.a. folgenden Fragen nachgegangen:
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Wie können wir den Gedanken der Neutralisierung von Privateigentum einer größeren Öffentlichkeit präsentieren und uns in die politische Debatte um die Zukunft der Gesellschaft konstruktiv einmischen?
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Wie können wir neue MitstreiterInnen zur Mitarbeit motivieren?
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Mit welchen anderen Stiftungen und Organisationen können sinnvolle Kooperationen eingegangen werden?
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Wie finden wir ZustifterInnen/SpenderInnen und entwickeln eigenwirtschaftliche Aktivitäten um den Ankauf von Objekten realisieren zu können?
Zugegeben, es gibt leichtere Fragen. Doch der Ideenreichtum ist groß: eine Veröffentlichung über unsere Arbeit im Zeitungsformat wurde erstellt, die Beteiligung an Treffen von Stiftungen wird organisiert, Artikel für Zeitschriften geschrieben, die Mitwirkung am Kongress ‚Solidarische Ökonomie’ geleistet, die Info-Mappe und das Faltblatt der Projektwerkstatt aktualisiert, das Betreiben einer Photovoltaik-Anlage auf projekteigenen Dächern konzipiert, Infoveranstaltungen durchgeführt. ...und wenn der Tag noch ein paar Stunden länger wäre, würden wir noch viel mehr auf die Beine stellen. Aber bis dahin versuchen wir mit den vorhandenen auszukommen…
Arbeitsgruppe „Projektentwicklung“
Ideen und Projektversuche, die solidarisches Sozialverhalten, eine gemeinschaftliche Ökonomie und nichtprofitorientiertes Wirtschaften zum Inhalt haben, bekommen durch die herrschenden Wertmaßstäbe in der Gesellschaft nicht gerade Rückenwind. Im Gegenteil, sie spucken gegen den Wind sozusagen und werden deshalb häufig wahlweise milde belächelt, verhöhnt oder als Traumtänzer bzw. Ewiggestrige bezeichnet und auch so ‚behandelt’. Es gehört u.a. sehr viel Zivilcourage, eine reflektierte persönliche Überzeugung und viel Mut dazu nicht nur über Alternativen zum Kapitalismus zu schwadronieren, sondern sie im konkreten Alltag zu erproben.
Wir alle sind durchgängig in einer kapitalistischen Gesellschaft sozialisiert. Das hat mehr oder weniger unser Sozialverhalten, unsere Bewertungsmuster z.B. für Erfolg und unsere Moralvorstellungen und Empfindungen beeinflusst und geprägt. Dass z.B. Wohnen, Nahrungsmittel , soziales Miteinander, Gesundheit, persönliche Versorgung und Bildung als Waren gehandelt und überwiegend profitorientiert organisiert werden, gehört zu unserer unfreiwilligen Grundausstattung an Lebenserfahrung, die wir mit in die Projekte einbringen. Wir wollen natürlich den ‚etwas anderen’ Umgang u.a. mit Privateigentum, mit Geld, Arbeit, Individualität und Autonomie der Persönlichkeit, haben aber bisher keine oder zumindest sehr wenige alltagstaugliche Erfahrungen sammeln können. Sich in einem sozialen, ökonomischen und politischen Experimentierfeld zu bewegen, sich ohne Netz und doppelten Boden auf neue Erfahrungen, unklare Erfolge und absehbare Enttäuschungen einzulassen, ist eine Kunst. Und das Wort ‚Kunst’ kommt aber nun mal von ‚Können’ und nicht von ‚Wollen’.
Mit diesem kleinen, aber entscheidenden Unterschied beschäftigt sich die AG Projektentwicklung. In dieser Arbeitsgruppe finden alle Fragen und Probleme Platz, die sich beim Aufbau und der Entwicklung der einzelnen Projekte und Initiativen in den Weg stellen. In vertrauensvoller Atmosphäre wird sich auch über das interne Gruppengeschehen ausgetauscht, Hintergründe analysiert und Lösungswege skizziert. Das aktuelles Geschehen und die vielen Erfahrungen aus der Vergangenheit der Selbstorganisation fließen hier in einem gegenseitigen Beratungsprozess ineinander und formen sich zu neuen Ansätzen für Lösung der nie enden wollenden Problemlagen.
Welche Themen werden hier konkret diskutiert? Wie wachsen neue MitstreiterInnen in die bestehenden Gruppen? Wieviele Ziele kann ein Projekt gleichzeitig verfolgen und sinnvoll angehen? Wie wird der Projektalltag zielführend, aber nicht nach Stundenplan orgnisiert? Wie sind die einzelnen Mitglieder bei einem Ausstieg abgesichert? Wie kann die Gruppe bei individuellen Konflikten hilfreich agieren? Wieviel persönliche Verschiedenheit kann ein Projekt verkraften? Wie überprüft ein Projekt, ob sie die richtigen Mittel zur Zielerfüllung einsetzt? Wie wird die materielle Reproduktion gemeinschaftlich sichergestellt? Wie geht die Gruppe mit äußerer Stigmatisierung um? Wie wächst Vertrauen in die kollektiven Fähigkeiten einer Initiative?
Die Suche nach Antworten fällt in einer experimentellen Projektausrichtung naturgemäß nicht leicht. Es gibt nicht sehr viel aktuelle Vorbilder und frühere alternative Versuche hatten ihre ganz spezifischen Rahmenbedingungen, die nicht direkt übertragbar sind. So bedarf es immer wieder einer großen Mühe, zwischen Ressourcen der Gruppe, Fähigkeiten der Einzelnen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen einen gangbaren und gewollten Weg der Projektentwicklung zu bestimmen und immer wieder neu anzupassen. Die AG ist dazu ein gemeinsamer Versuch innerhalb des Netzwerkes.
Arbeitsgruppe „Steuern und Recht“
Die Projektwerkstatt lebt erst in zweiter Linie vom rechtlichen Denken, von Rechtsgrundlagen und Rechtsformen. Im Vordergrund stehen persönliche Kommunikation und Verständigung. Doch die Vermögensverwaltung der Stiftung, Eigentumsneutralisierung, Grundstücktransfers, Nutzungsrechte und -pflichten, Geldanlagen, etc. erfordern verbindliche rechtliche Regelungen und einen fach- und sachkundigen Umgang. Auch die Körperschaften innerhalb des Netzwerkes, u.a. Stiftung, Verein und Genossenschaft, machen steuerlich und juristisch eine kompetente und intensive Begleitung unumgänglich. So entstehen durch die unterschiedlichsten Rechtsverhältnisse laufend spezifische Fragestellungen, die nur durch das interdisziplinäre Zusammenwirken unterschiedlicher Fachbereiche angemessen beantwortet werden können. U.a. die Risiken und Nebenwirkungen unterschiedlicher Rechtsformen, Vertragsgestaltungen, Schulungen zu rechtlichen und steuerlichen Themen, Kaufverhandlungen und Kaufverträge, Soziale Gesetzgebung, Wünsche der Geldgeber/innen, u.v.a.m. Neben einem machbaren Ausgleich zwischen äußeren und inneren Anforderungen, stellt sich das Problem, ein gesellschaftskritisches Projekt in die richtigen Formen zu gießen und dabei den sich immer wieder verändernden Umständen anzupassen. Die bisherige Praxis hat gezeigt, dass wir wegen der besonderen Anliegen der Projektwerkstatt oft nicht auf vorgefertigte Rechtsmuster zurückgreifen können, sondern kreativ die rechtlichen Gestaltungsspielräume in den vorgegebenen Rahmen ausloten müssen. Steuerberater, Juristen Rechtsanwälte, Unternehmensberater und Immobilien- und Versicherungsmakler finden hier ein anspruchsvolles und vielfältig Anwendungsgebiet für ihre beruflichen Qualifikationen.
Und außerdem noch die Verwaltungs-AG und die eine oder andere temporäre AG, welche nach Bedarf gegründet werden. Letzte Aktualisierung ( Freitag, 18. April 2008 )